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Achtung: Internet fügt dir und deinen Mitmenschen Schaden zu.

Aufgewacht, Facebook geklickt, erste hasserfüllte Meldung gelesen und komplett in ein Stimmungstief gefallen. Geht es euch manchmal genauso?

Mein Brechreiz-Internet

Genau soviel bereits Verdautes könnte nach einer übertrieben gefeierten Nacht nach zu viel Bier, wie bei übertrieben viel Internet-Konsum nach zu viel Fake News, Alternative Facts, Hass-Postings und Filterblasen in der Keramikschüssel landen. Und das sollte es auch!

Auch wenn mich kontroversere Themen in den Bann ziehen und ich daraufhin die Kommentare von Trollen und Hasspredigern verschlinge, versuche ich nicht, einen Kommentar zu hinterlassen. Denn eine Disskusion führt meisten kaum zu etwas. Obwohl ich nicht meinen Namen in diesem emotionalen Knäuel hinterlasse, bleibt ein Gefühl der Aufgewühltheit.

Wir haben den Kontakt zu unseren Mitmenschen verloren, obwohl wir zwar mehr „Freunde“ haben, fehlt uns die persönliche Kommunikation. Manchmal wundere ich mich, wie leicht es manchen fällt anderen so viel Schlechtes zu wünschen. Ist es die Angst, die viele in Rage versetzt oder grenzt Kommentieren schon an den Fanatismus von Hooligans? Nach meinem Empfinden stirbt die Empathie in der Internetsphäre aus oder wird bewusst ausgeklammert. Vielleicht ist auch Facebook nur zum neuen „Brot und Spiele“ des 21. Jahrhunderts avanciert.

Spielregeln

Es ist nicht so, dass Facebook alles dem Zufall überlässt. Das Netzwerk nimmt uns nicht nur die Entscheidung ab, wann wir jemanden zu kontaktieren zu haben, sondern auch welche Inhalte wir sehen. Diese „Alles zum Geburtstag Wünsche“ auf Facebook sind der Fake News Ursprung. 80% Prozent der GratulantInnen schreiben mir nur auf meine Seite, weil Facebook sie dazu auffordert. Ok, ich bin schwach in Daten merken und teilweise dankbar dafür, nur gratuliere ich den Menschen lieber persönlich. Ich möchte mich nicht einem Zwang ausliefern und mich scheinbar von Facebook erziehen lassen. Freunde markieren mich auf einem Beitrag und erwarten eine Reaktion. Wenn keine Antwort darauf folgt, sinken die Sympathiewerte und manch einer ist enttäuscht.

Social Media?

Sozial sind höchsten Menschen -zumindest sollten sie es sein-, aber sicher keine Medien. Ein Zuckerberg würde dir auch sagen, er enthalte keinen Zucker. Sie zerstören nicht nur die Diskussionskultur, sondern schüren Vorurteile und vernichten Gesprächsgrundlagen. So schnell wie viele Artikel gelesen sind, ist auch gleich mal etwas hingeschrieben. Nachdenken ist hinfällig geworden. Ich frage mich, wie viele Facebook-Freundschaften an der Polarisierung der Politik, die über Facebook im Freundes- und Bekanntenkreis transparent wurden, zerbrochen sind.

Die Idealisierung der Vergangenheit

War zu Zeiten des Briefverkehrs und Zeitungskonsums wirklich alles besser? Klar war es besser. Wie es noch nicht so leicht war, anonym zu beschimpfen, gab es noch mehr Zurückhaltung. Ein bewusster Konsum ist wohl ein guter Weg, der genauso wie eine ausgeglichene Ernährung gesund ist. Doch wer isst nicht gern öfters etwas Ungesundes? Und doch ist ein Ausstieg aus dem Internet-Teufelskreis wohl der letzte Ausweg. Auch wenn mich die Meinungen und Weltbildern von anderen Menschen sehr interessieren, muss ich die Kommentare ausblenden. Und das mache ich so lange, bis ich wieder eine Lust auf Sozial-Voyeurismus verspüre.

 

 

2 Kommentare

  1. Oh ja! Ich teile deine negative Sicht auf Social Media. Was schade ist, denn eigentlich könnte das Internet so viel Gutes bringen: Diskussion, Kommunikation, Vernetzung, Wissen.

    • Christopher sagt

      Hey Andreas, und ich teile die positiven Aspekte, von denen du schreibst, mit dir. 🙂 Es wäre nur noch angenehmer, wenn diese blinde Wut in Form von Hass-Postings nicht existieren würden.

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