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Langeweile – Leistungsdruck für sich

Kennt ihr den Moment, wenn ihr nicht wisst, was ihr mit eurer Freizeit machen sollt? Wenn ihr gelähmt seid von der freien Zeit? Es hört sich vielleicht pseudodramatisch an, aber die Zeit kann einem die Freiheit rauben.

Wie oft ich nicht am Wochenende zu Hause gesessen bin und mich mit Playstation-Spielen, die ich eh schon in und auswendig kannte oder mit amerikanischen Sitcoms, die ihre Lustigkeit mit dem leeren Gelächter im Hintergrund begründeten, beschäftigt habe. Diesmal handelt es sich nicht um ein Ablenken von Problemen, sondern um eine Art von Beschäftigung, die mich zumindest nur unglücklicher stimmt. Ich bin einer der Menschen, die ruhelos sind und erst dann Erfüllung finden, wenn sie etwas gemacht haben. Der Gedanke „tätig zu sein“ und den Tag zu nützen ist mein größter Freund, aber auch mein größter Feind. Und mit diesen Überlegungen mache ich mir  oft das Leben einfach selbst schwer.

Langeweile als Feind

Es ist nicht so, als hätte ich nichts zu tun. Auf meiner gedanklichen To-Do-List steht viel mehr als nur erholen für den morgigen Arbeitstag, aber mein Gemütszustand erhält tapfer das Nichtstun am Leben. In mir ist der Gedanke fest verankert: „Nütze den Tag und bewirke etwas!“ Irgendwie klammere ich mich auch an diesen Grundsatz. Einfach um möglichst viel aus meiner Freizeit zu lernen und neue Erfahrungen zu erleben. Am Anfang der Woche möchte ich einfach an die schönen Zeiten am Wochenende zurückdenken und beispielsweise an den guten Rotwein und dem hervorragenden selbst gemachten Essen erfreuen. Auch wenn der Kopf sagt: „Du musst etwas machen“, höre auf die weise Stimme deines Bauches, der dir eventuell flüstert: „Bleib doch zu Hause“. Und unter uns gesprochen, das vertraute Zuhause ist sehr oft die beste Option. Wenn dann noch das Argument „Katze“ fällt, also wenn das Symbol der Gemütlichkeit erscheint, brauche ich keine weiteren Wörter darüber verlieren.

Vielleicht liegt es daran, dass vielen Menschen von klein auf klargemacht wird: „Du bist erst dann was wert, wenn du etwas leistet, wenn du deinen Wert für das Kollektiv beweist.“ Das zieht sich beginnend von der Schule bis zum Studium und mündet in der Arbeitswelt. Oder es liegt an meiner Unentspanntheit. Wir machen uns viel zu oft abhängig von unserer Umwelt. Aber wer sagt, dass ein Wochenende erst dann perfekt ist, wenn es voller Ereignisse steckt?

„Kein Mensch muss müssen.“ G. E. Lessing

Gerade die Freiheit zu wählen, was wir machen wollen, ist einer der schönsten Sachen, die es gibt. Es gilt diese auch auszukosten.

Lässt man sich auf dieses Gefühl ein, dann ist eigentlich der Tag hinüber. Klar versuche ich dann einfach ,mich aufzuraffen und irgendetwas zu machen, zum Beispiel putzen oder die Unordnung meines Dateien-Djungels auf meinen Laptop zu beseitigen, um Motivation zu tanken und größere Projekte weiterzutreiben. Das gelingt manchmal ganz gut und wenn nicht, dann kämpfe ich nicht mehr dagegen an, sondern lasse mich komplett auf das Gefühl ein und gammle auf der Couch. Und das kann auch manchmal ziemlich nice sein. Ehrlich gesagt, es sind nur Ansprüche, die ich an mich selbst stelle und Hindernisse, die ich mir selber auferlege. In vielen Bereichen legt uns das Leben von alleine Steine in den Weg. Warum nicht einmal auf einem Stein ausruhen? In den einfachsten Dingen liegt womöglich wirklich das Glück…

 

 

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