Interviews
Schreibe einen Kommentar

Modellautosammler Hans

Hans

Über einen lebensfrohen Modellautosammler – für den Glück bedeutet, andere zum Lachen zu bringen.

„Und es ist grauenhaft, dass die heutige Generation nicht ihre Zeichen setzt und alles nachahmt.“

Erzähl bitte von deinem Leben!

Als Kind hat mich Jacques Cousteau fasziniert. Wie ich zwölf Jahre alt war, wollte ich immer ins ozeanische Institut in Kapstadt. Hat sich dann aber leider nicht so entwickelt, ich bin dann Medizin-Techniker geworden. Mein Hobbys waren immer Motorsport, Autorennbahnen und vieles mehr. Aufgewachsen bin ich in Wien. Bei den Schulbrüdern war ich in der Volksschule, dann Bundesrealgymnasium. Meinen Lebenslauf kann ich aber auch per Fax schicken, wenn wer möchte.

Was war dein bewegendster Moment in deinem Leben?

Mein bewegendster Moment in meinem Leben war der Moment, als ich meine neu geborene Tochter in den Händen hielt.

Was war dein prägendster Lebensabschnitt?

1970 war ich vier Monate während der Sommerszeit in Alaska und war da in der Wildnis unterwegs. Dort ist das absolute Nichts. Hier bekommst du Ruhe. Du bist in Gebieten, wo du nichts hörst, keinen Wind und kein Wasser. Die wilden Tiere haben eigentlich mehr Angst vor dir als du vor ihnen haben musst. Natürlich musst du dich auch bewaffnen, weil du weißt nie, ob Bären in der Nähe sind. Ich habe dort auch rohen Lachs gegessen. Geschlafen haben wir entweder in Holzhütten oder im Schlafsack.

Mit wem warst du unterwegs?

Ich war einmal mit meinem Vater und einmal mit einem Freund, den ich in Alaska kennen gelernt habe, dem Dave Klostermann. In Alaska gibt es übrigens den größten Wasserflughafen der Welt. In diesem Land ist alles nur mit dem Flugzeug erreichbar. Dave hat mit seinen Wasserflugzeugen Versorgungsstationen mit Benzin und Mehl.

img_1454

Gab es einen Moment während deiner Reise, in dem du um dein Leben gefürchtet hast?

Ich habe einmal ein ungutes Gefühl gehabt, aber um mein Leben gefürchtet habe ich nie. Wir sind zu dritt abgesetzt worden und beim Zurückfliegen kam eine Maschine, die nur eine Person mitnehmen konnte. Wir haben zum Auslosen Streichhölzer gezogen und ich habe das kürzeste  gezogen. So bin ich ein paar Stunden dann mitten im Nichts alleine gestanden. Man bekommt in Alaska eine Weitsicht, weil alles sehr weit entfernt ist.

Welche Gedanken hattest du, wie du auf das Flugzeug gewartet hast?

Ich habe immer nachgesehen, ob nicht irgendwo ein Bär herumläuft. Wenn man einen Bären gesehen hat, musste man mit der Windrichtung gehen, dass der Bär einen nicht riecht. Seither bringt mich nichts so schnell aus der Ruhe.

img_1450

Hast du ein Hobby?

Mein Hobby ist Motorsport. Motorsport aus den 50er oder 60ern. Man hat damals noch selber fahren müssen. Es gab noch keine Computer, die das Auto gelenkt haben. Es war ein Sport, der noch viel Fairness besaß. Es haben sich sogar die Konkurrenten geholfen, wenn es beispielsweise ein technisches Problem gab. Ich sammle auch sehr viele Sachen über diese Thematik.

img_1451

Was sammelst du?

Ich sammle Bibliografien und auch Modelle über diese Zeit. Da gibt es eine spezielle Sparte von diesen Modellen. Es wurde in England Mitte der 50er Jahre damit begonnen. Damals hat man in Clubs in England angefangen, die Rennen nachzufahren. Von den Miniatur-Eisenbahnen hat man die Motoren eingebaut und die Modelle betrieben. Wenn man dafür etwas über hat, dann ist das sehr nett.

img_1449

Wie heißen die Modelle, die du sammelst?

Die sind von der Firma Airfix. Es gibt Clubs in Wien, wo wir Rennstrecken aufbauen.

Gibt es noch viele Leute, insbesondere Junge, die dieses Hobby schätzen?

Ja es gibt noch viele Leute. Es gibt Europa-, Weltmeisterschaften und nationale Bewerbe. Diese dauern von 6 bis 24 Stunden. Die Bahnen haben sechs bis acht Spuren. Das bedeutet sechs bis acht Teams fahren bis zu 24 Stunden. Wer die meisten Runden geschafft hat, ist der Sieger.

img_1453

Hast du schon einmal teilgenommen?

Bei einem 24-Stunden Rennen noch nicht, aber bei einem sechsstündigen Rennen. Vom ersten bis zum sechsten Platz habe ich schon alles belegt.

Was ist der Reiz an deinem Hobby?

Der Motorsport selbst, die Zeit, in der die Rennen stattgefunden haben und das Land England.

Haben deine Modelle auch einen gewissen Wert, abgesehen vom ideellen Wert?

Der ideelle Wert ist natürlich sehr hoch. Es gibt natürlich Modelle, die sind limitierte Editionen. Spezielle Modelle kosten ohne Schachtel 250 Pfund. Mit Schachtel und unbespielt natürlich dementsprechend mehr.

Was bedeutet für dich Sammeln?

Sammeln bedeutet für mich gezielt sammeln. Ich brauche nicht jedes Auto, sondern von einer bestimmten Klasse. Also ich sammle Startformationen von der Formel 1.

Wie würde dich dein bester Freund beschreiben?

Mein bester Freund würde sagen, dass ich loyal bin.

Wie hast du die 7oer Jahre wahrgenommen?

Ich war ein Teenager zu dieser Zeit. Damals war viel Unruhe, in der Mode und in der Gesellschaft. Ich bin schon hineingekommen, in das „Mach was du willst“, aber alles ist nicht erlaubt. Natürlich habe ich mir herausgesucht, was nicht so gern gesehen war. Das waren beispielsweise lange Haare und ein Bart. Die Hippy-Zeit war von 1968-1974. Damals wollte jeder hipp sein. Hippy ist ein Freidenker, ein Globetrotter. Und das konnte sich der Spießbürger nicht leisten, aber er wäre gern ein Hippy.

Glaubst du gibt es Paralellen zwischen Hippy und Hipstern?

Das ist eine Reunion, auch wie man sich wieder anzieht. Es ist wie ein Jahresfasching, wenn ich das so sagen darf. Und jede Generation sollte ihre Zeichen setzen. Und es ist grauenhaft, dass die heutige Generation nicht ihre Zeichen setzt und alles nachahmt.

Was sind deine Werte im Leben?

Loyalität, Treue und Menschen nicht vor den Kopf zu stoßen. Ich mag den alten Spruch: „Behandle jeden so, wie du selbst gern behandelt wirst.“

Was bedeutet für dich Loyalität?

Beispielsweise jemanden nicht zu verraten, zu jemanden stehen, wenn er in Schwierigkeiten ist.

Was ist deine Einstellung zum Tod?

Eine sehr, sehr positive. Wie wir alle wissen, bestehen wir aus biochemischer Energie und wie wir alle wissen kann man Energie nicht vernichten. Bei jedem Lebewesen, das stirbt, ist die Mechanik, sprich Körper, kaputt, aber die Energie muss irgendwo hin. Viele sagen dazu Seele. Ich sage, dass die Energie übergeht in die Gezeiten. Es ist nach dem Tod nicht zu Ende, denn du lebst ja durch die Energie.

Was ist für dich Glück?

Wenn sich Menschen freuen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*