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Schamanin Regina

Regina Hruska

Über eine hellsichtige Schamanin. In der Mongolei und Sibirien wurde sie ausgebildet. Jetzt widmet sie sich der spirituellen Heilung von Menschen.

Früher war sie Psychotherapeutin heute ist sie Schamanin. Das faszinierendste an Reginas Beruf ist die schamanische Reise, wenn sie in eine dunkle Welt reist. Ich habe Regina über ihr Leben, über den Prozess des Heilens und über den Begriff der Wahrheit befragt.

Es gibt ja nicht nur die heiligen Kräfte, es gibt ja auch die dämonischen“

Du warst Psychotherapeutin und du hast dich entschieden, einen anderen Weg einzuschlagen. Wie kam es dazu?

Am Anfang als sich die Psychotherapie in Wien entwickelt hat, war diese zuerst nicht anerkannt. Die Entwicklung war ein erster Impuls im helfenden Bereich. Das heißt es ist das Bewusstsein über die Emotion entstanden. Damals war es so, dass wir zu den Verrückten gehört haben, sowie heute die Schamanen. Also nicht zuordenbar. Dann ist modern geworden, dass alles Burn Out oder Depression ist. Es gibt keine Trauer mehr, keine Melancholie, nichts mehr. Es ist somit sehr wissenschaftlich geworden, das wollten sie auch. Das wollten gewisse Kräfte, die sehr mit Logen in Verbindung stehen. Ich habe immer bei spirituellen Lehrern gelernt. Ich wollte immer in einem Stall arbeiten, weil es mich immer angestrengt hat, dass man eine psychotherapeutische Praxis besitzt, die man herzeigen muss. Das hängt viel mit dem Image zusammen und ist teuer. Und ich war wirklich ein armes Schwein. Jedenfalls ist dann durch verschiedene Umstände die Jurte gekommen. Zur Entscheidung ist gestanden Jurte oder Psychotherapie. Und mir war klar, dass ich die Jurte sicher nicht aufgebe.

In der Jurte (c) Regina Hruška

In der Jurte (c) Regina Hruška

Was ist jetzt genau eine Jurte?

Das ist ein nomadisches Zelt, das relativ rasch auf- und abgebaut wird, also in 2-3 Stunden mit einigen starken Menschen. Es ist eine geniale Konstruktion. Es gab mehrere Möglichkeiten entweder ich baue mir einen runden Turm wie C.G. Jung, einer der größten Psychotherapeuten. Da bin ich aber am Geld gescheitert. Wahrscheinlich habe ich die Jurte gesehen, jedenfalls hab ich sie herbeigesungen, zwei Jahre lang.

Was war dein prägendster Lebensabschnitt?

Die Kindheit. Ich habe ein Buch geschrieben, das kannst du dann lesen. Das ist die Hölle gewesen. Ich komme aus der Hölle. Ich weiß, was Armut ist, ich weiß, was Leiden ist, ich weiß was Misshandlung ist, ich weiß, was spiritueller Missbrauch ist, ich kenn das alles. Ich habe in meiner Jugend Germanistik studiert. Ich habe nicht gewusst, wo ich hingehöre. Die Literatur hat mir zwar sehr viel geholfen, aber mein erster Lehrer der Daskalos, ein großer christlicher Heiler hat mich zurecht gerückt ohne den, wäre ich wahrscheinlich Terrorist geworden, um für eine gerechte Welt einzustehen, nicht weil ich so böse oder wütend war, ich hab gewusst, es stimmt alles irgendwie nicht.

Du betreibst ja – ich glaube da muss ich jetzt aufpassen – Heilung?

Da brauchst du nicht aufpassen. Mir ist das mittlerweile vollkommen wurst. Die können mir nichts mehr tun. Ich bilde Leute im spirituellen Heilen aus, indem ich den Menschen die Werkzeuge mitgebe. Ich zeige den Menschen, wie ich mit invasiven und fremden Energien arbeite, wenn ich mit denen in Berührung komme, wenn ich von diesen besetzt bin. Da gibt es verschiedene Herangehensweisen, die hoch wirksam sind. Dann habe ich die schamanische Ausbildung, das ist eine elitäre Gruppe, weil nicht jeder geeignet ist dafür oder nicht durchhält, weil es hart ist.

(c) Regina Hruška

(c) Regina Hruška

Wie trainiert man das?

Das ist komplex. Die meisten Menschen haben Schwierigkeiten, ihre Stimme zu öffnen und die eigenen Heilgesänge zu entwickeln. Oder hängen so am Körper, an den Emotionen oder am Leben, sind so verstrickt oder voller Wünsche, dass sie nicht loslassen können. Es gibt viele Methoden, dann in Himmel und in Erde zu gehen. Je reiner du bist, je durchlässiger du bist, desto weiter kommst du.

Hast du einen Lehrmeister gehabt?

Ja, ich bin mehrfach initiierte Schamanin. Ich war in Sibirien und der Mongolei. Ich würde den Schamanismus nicht machen, wenn ich nicht gut ausgebildet wäre. Es ist schon eine Herausforderung seinen Körper zu verlassen und Kontakt aufzunehmen mit den Wesen auf Himmel und Erde. Du musst sehr stabil sein.

(c) Regina Hruška

(c) Regina Hruška

Wie kann man sich deine Ausbildung in Sibirien und in der Mongolei vorstellen?

Wie es zum derzeitigen Zeitpunkt üblich ist, wäre ich niemals gefahren. Da gibt es einen Schamanen, da kannst du einen Kurs machen und kommst als Schamane zurück. Davon haben wir mittlerweile genug. Es geht nur noch ums Geld. Die geben auch nicht das ganze Wissen her. Ein sehr alter Schamane in Sibirien hat mir viel beigebracht. Aber das ist schon hardcore, auch wie du dort lebst. Ich hab dort in einer zusammengenagelten Hütte gelebt. Das war kalt und gedroschen hat er mich. Das war nicht witzig, aber es war vollkommen richtig. Er hat keine dummen Spiele erlaubt. Ich hab wahnsinnig davon profitiert. So habe ich immer mehr gelernt. Vor allem beim eigenen Training. Es ist das Wichtigste, sich selbst zu trainieren. Durch die intensive Verbindung zu der Natur ist nichts ausgeschlossen. Bei uns ist es komisch, wenn du sagst die Geister. Wenn du sagst die Engel, dann ist es leichter für die meisten.

Spürst du bei einer Heilung etwas?

Ich hole jeden, der kommt, von dort ab, wo er steht. Ich kann meine Hellsicht öffnen, oder man geht bei der Heilung in einen Heilkanal mit der Verbindung von Himmel und Erde. Das ist ein ganzes Ritual. Ich führ den Menschen. Also ich würde dich führen, dass du siehst, damit bist du von mir nicht abhängig. Ich führe den anderen in eine andere Wirklichkeit, sodass er sieht. Ich gehe mit. Und im Schamanischen ist es so, dass ich meinen Körper verlasse und dann, wenn die Geister bereit sind, dann können die Menschen Fragen stellen. Und dann bekommen die Menschen Antworten aus diesen Dimensionen. Es sind physische und auch geistige Probleme, die ich löse. Es kommen einige zum Beichten, die beichten, dass sie ins Puff gehen oder wie sehr sie dem Internetporno verfallen sind. Dann helfe ich, so viel wie kann. Aber meistens ist diese Beichte so sehr entlastend, dass sie sich ein halbes Jahr nicht mehr blicken lassen. Was ich schlecht kann sind Täter, wie zum Beispiel Vergewaltiger. Allerdings arbeite ich mit einer Mörderin, die hat Ihren Vater vergiftet. Aber die hat eine Einsicht. Die trägt die Schuld.

Was ist das faszinierendste an deinem Beruf?

Schamanisieren. Meinen Körper zu verlassen und die Geister hereinzulassen. Ist das dann eine Schamanische Reise? Ja. Was passiert da? Ich bereite mich sehr gut vor. Das Schamanengewand ist der Schutz. In diesem Schutz kann man den Körper zurücklassen, da kann nichts passieren. Es gibt ja nicht nur die heiligen Kräfte, es gibt ja auch die dämonischen. Auch mit dem Gesang und der Trommel, die sehr hilfreich sind den Körper zu verlassen und zweitens gibt es die Informationen an diese Dimensionen: „Ich bin jetzt da“. Und ich gehe oft in die dunklen Welten für Menschen. Zuerst binde ich mich sehr fest ans Licht an und dann gehe ich nachschauen, wo wer gefangen ist.

Regina im Schamanengewand

Regina im Schamanengewand (c) Regina Hruška

Wie kann man die dunkle Welt beschreiben?

Kinder, die dort festgehalten werden. Da hast du kein Gefühl, da bist du nicht im Körper. Dein Körper ist tot. Da gibt es weder ein Gefühl, noch einen Gedanken, noch sonst was. Wenn du das hast, dann fetzt es dich zurück wie nix. Es gibt keine Interpretation, es gibt gar nix.

Wenn du dann zurückkommst, kommen dann die Emotionen?

Nein, ich vergesse. Dann bin ich wieder da, und was ist dann eigentlich? Nach zehn Leuten bin ich hin, aber glücklich. Dann fordert der Körper das Recht, aber Emotionen habe ich dann noch immer keine.

Wirst du oft kritisiert aufgrund deiner Tätigkeiten?

Interessiert mich nicht. Dem setze ich mich nicht aus. Sinnvolle Kritik, also Feedback innerhalb der Jurte und Gegenseitiges, von dem halte ich sehr viel. Von Außen ist es für mich uninteressant. Ich würde niemanden kritisieren, der eine Heilmethode praktiziert. Ich denke mir, so viele Wege führen zum Guten, was steht mir da zu, zu urteilen? Das Aufplustern mag ich nicht.

Man hört über Medien, dass auch in deinem Bereich oft bewusstseinserweiternde Substanzen eingesetzt werden, um in höhere Sphären zu gelangen. Ist das so?

Du meinst Ayahuasca? Das lehne ich zutiefst alles ab. Von Cannabis bis jegliche Droge ist alles absolut verboten bei mir. Rauchen ist ok. Es deckt das Hirn nicht zu, sondern es schädigt eher die Vitalenergie. Wenn man das nicht ohne Arbeit zusammenbringt, dann… Ich lehne es zutiefst ab, weil es so viel Leid schafft. Jetzt wird das Ayahuasca modern. Dann sehen sie dies und das und haben diese und jene Vision, aber was leben sie?

(c) Regina Hruška

(c) Regina Hruška

Was bedeutet für dich Wahrheit?

Nur jeder Mensch kann seine Wahrheit leben und das ist hart genug wenn du diesen Anspruch hast. Und das dürfte sehr stark zusammenhängen mit dem eigenen erkennen. Ich komme zum Beispiel auf immer mehr drauf. Und dann denk ich mir aha das muss ich unbedingt dazu nehmen, weil das gehört zur eigentlichen Wahrhaftigkeit einfach dazu. Wir wissen ja, dass jede Lüge in der geistigen Dimension, wie ein Erdbeben wahrgenommen wird. Es ist für mich ein ständiges weiterentwickeln und reflektieren. Und ich glaube das geht bis zu unserem Tod. Ich bin nicht neugierig auf den Guru-Status. Aus dem entsteht das Unheil, denn dann hat er Mohamed, der Buddha oder der Christus recht und dann fangen sie sich an zu ermorden. Aber du weißt eh, da kann man ganze Philosophien ausbreiten.

Wie würde dich dein bester Freund oder deine Freundin beschreiben?

Streng, konsequent. Ich glaube ich habe ein hohes mütterliches Prinzip. Wenn ich mich dazu engagieren jemanden auszubilden oder zu unterstützen, dann gebe ich 150%. Das passt noch gut zur Wahrheit: Die Wahrheit tut meistens weh. Aber die hilft dann meistens. Und das meine ich auch mit streng.

Wenn du dein Leben nochmal leben könntest, würdest du etwas anders machen?

Ich könnte gar nicht. Nein, würde ich nicht.

(c) Regina Hruška

(c) Regina Hruška

Hast du ein Vorbild?

Ja den Christus. Das heißt du bist gläubig? Ja, sehr gläubig. Das ist kein Widerspruch zum Schamanischen. Aber ich bin nicht katholisch. Ich bin ausgetreten. Mit Organisationen habe ich nichts am Hut. Furchtbar, was die mit mir aufgeführt haben als Kind. Und ich war ein hellsichtiges Kind. Das war die Hölle. Aber das hat dem Christus, also dem Bild der Liebe nicht geschadet. Was meinst du mit hellsichtig? Ich habe die Energien gesehen. Ich habe gesehen was die wirklich denken und fühlen. Das war Horror. Das hat mich auch dann so verloren gemacht in dieser Welt. Ich bin Gott sei Dank nicht schizophren geworden. Aber du weißt eh bei meinen Gruppen war einmal eine Klosterschwester hier oder ein Pfarrer der Exorzismus macht. Und hat mich gefragt, wie ich das mache. Die Klosterschwester war super, aber der andere war mir nicht ganz geheuer.

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