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Soll ich kündigen?

Wenn du berufstätig bist, wie gerne machst du deine Arbeit? Kannst du nach Beantwortung dieser Frage ehrlich sagen, dass du dich wohlfühlst? Ich hatte damit ein Problem. In diesem Beitrag schreibe ich darüber, warum ich die Frage „Soll ich kündigen?“ mir selbst mit „Ja“ beantwortet habe.

Der Weg zum Vorgesetzten, um ihm meine Kündigung zu überreichen, war nicht mit einem guten Gefühl behaftet. Eine Kündigung ist auch immer ein Schlussstrich. Und Schlussmachen war nie eine meiner Stärken. Die gewohnte Atmosphäre wird bewusst verlassen. Die Kündigung war nicht aufgrund eines neuen Jobs, sondern einfach weil es mich Tag für Tag belastet hatte mit einem deprimierten Gefühl in die Arbeit zu gehen und noch deprimierter nach Hause zu gehen. Das ist natürlich über eine gewisse Zeit erträglich, aber nicht über einen langen Zeitraum wünschenswert. Es war einfach der Moment gekommen zu entscheiden, ob ein gesichertes Einkommen, die für mich negativen Aspekte aufwiegen. Ich habe mir die Frage verneint. Zusätzlich war der Wunsch immer größer geworden in einem neuen Umfeld Erfahrungen zu sammeln und in einer anderen verantwortungsvollen Position alles zum Besten zu geben.

Als die negativen Gefühle begannen mein Leben zu bestimmen, fragte ich mich: Wie kann ich wieder auf eine positive Art und Weise meine Aufgaben erledigen? Ich sammelte also für mich die Fakten zusammen und visualisierte meine Probleme, die der Grund für meine Stimmung waren. Ich möchte gar nicht auf die Ursachen eingehen, für mich war einfach klar, dass die Angelegenheit für mich nicht zu beheben ist. Und ich muss sagen, dass ich nicht unbedingt der Typ Mensch bin, der mir nichts dir nichts das Handtuch wirft.

Die Unsicherheit zur Frage „Soll ich kündigen?“

Lange Zeit hatte ich die Kündigung im Kopf und wog Vor- und Nachteile ab. Gedanken die mich bisher von einer Job-Kündigung abhielten:

Was sollen meine Familie und Freunde denken?

Wer soll meine Rechnungen zahlen?

Trotz dieser Unsicherheiten kündigte ich.

Im Büro des Geschäftsführers teilte ich meine Entscheidung mit und bedankte mich für die Zeit, in der ich Erfahrungen sammeln und mein Wissen ausbauen konnte. Abschiede fallen oft nicht leicht, müssen aber auch wenn es nicht gut tut, getroffen werden. Mein Entschluss, der mich natürlich auch unter Zugzwang setzt eine neue Herausforderung zu suchen, bereue ich dennoch nicht. Ich habe erkannt, dass wenn der Job Überhand nimmt, das Private vom Beruflichen überschattet wird und die Arbeit das Gesprächsthema zuhause Nummer eins wird, dann sollte man sich Gedanken machen: Ist ein gesichertes Einkommen wirkliche alles wert? In meinem Fall war es das definitv nicht. Die Frage „Soll ich kündigen?“ war für mich beantwortet.

Der Hauptgrund für meine Kündigung war:

  • Das Leben ist zu kurz, um lange unglücklich zu sein.

Bereue ich die Kündigung?

Ich bin stolz auf meine Entscheidung und freue mich mein Leben selbst in die Hand genommen zu haben. Zugegeben die erste Woche nach der Kündigung war die unangenehmste. Der Gedanke bald ohne Arbeit dazustehen, muss erst einmal sickern. Ich versuche die Unsicherheit mit offenen Armen zu empfangen. Ein Ende ist auch eine Chance. Ich habe das positive in diesem Lebensabschnitt für mich hervorgestrichen und freue mich schon auf neue spannende Aufgaben.

 

 

 

 

 

 

8 Kommentare

  1. Alisa sagt

    Begrüße deinen Schritt der Kündigung, kann deine aufgetauchten Fragestellungen aber auch gut nachvollziehen – aber wie du treffend formuliert hast „das Leben ist zu kurz um lange unglücklich zu sein“! Es werden sich neue Türen öffnen…

    Alles Liebe
    Alisa

    • Christopher sagt

      Danke für deinen guten Rat Alisa!

      Ich werde diesen Schritt mit offenen Armen empfangen und freue mich schon auf neue Herausforderungen! 🙂

  2. Ein mutiger Schritt, vor allem in Zeiten wie diesen. Trotzdem kann ich deine Entscheidung absolut verstehen. Ich gratuliere dir – und ich bin mir sicher, es wird sich was Neues auftun!

    *fingerscrossed* und alles Liebe,
    Petra

    • Christopher sagt

      Danke dir liebe Petra 🙂

      Hab mir gerade deinen Blog angesehen, gratuliere dazu! Gefällt mir sehr gut!

  3. Dennis sagt

    Ich war mal in einer ähnlichen Situation, aber habe mir ganz klassisch einen neuen Job gesucht in den ich nahtlos wechseln konnte. Für was anderes wäre ich auch zu feige 😉

    Ich hatte letztendlich mal eine Pro und Contra Liste zu meinem Job machen wollen, und mir fiel auf, dass ich nicht ein einziges Pro aufschreiben konnte. Uns innerlich hatte ich schon lange gekündigt. Ich hab’s nie bereut zu gehen.

    • Christopher sagt

      Hey Dennis,

      Freut mich, dass du das nachfühlen kannst! 🙂 Ich bereue es gerade auch nicht, sondern genieße und nutze die Zeit um endlich auch mein Studium zu beenden. Es war einfach Zeit für mich das Unwohlsein zu beenden. Und ich bin optimistisch, dass ich bald wieder eine Arbeit finde, die mir auch wirklich Spaß macht.

  4. Hallo Christopher,
    ein mutiger Schritt! Aber wie Du geschrieben hast: Es gibt einfach keinen Grund, sich lange Zeit unnötig zu quälen. Ich habe gerade erst meinen sicheren Job gekündigt, um endlich meinen Traum von der Selbständigkeit umzusetzen. Und es fühlt sich blendend an…
    Viel Erfolg für Dein Studium!

    Viele Grüße
    Christina

    • Christopher sagt

      Hallo Christina,

      wow, gratuliere! Freut mich, dass du das nachempfinden kannst. Ja ich finde auch, dass es eine andere Lebensqualität mit sich bringt. 🙂

      Ich wünsch dir auch viel Erfolg für deine neue Herausforderung!

      Liebe Grüße
      Christopher

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