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Bodybuilder Wolfgang

Wolfgang Schober

Über einen Menschen, der sein ganzes Leben dem Sport, der Familie und der Karriere widmet. Eiserne Disziplin sind für ihn keine leere Worte.

„Der Körper vollzieht, was einem der Geist vorgibt“

Erzähl bitte über dein Leben!

Grundsätzlich muss ich sagen, komme ich aus einfachen Familienverhältnissen. Papa war Eisenbahner, Mutti Hausfrau. Ich habe nie den Eindruck gehabt, dass es mir schlecht ging. Kindheit war in Ordnung. Volkschule auch, bis auf in Mathematik. In Rechnen war ich nie gut. Das hat sich dann fortgesetzt. Ich war immer sprachlich begabt, aber mit Zahlen – das war nie das Meine. Ich wollte früher Sportlehrer werden. Das wäre aber nicht gegangen, weil meine Mutti dann alleine war und somit habe ich auf eigenen finanziellen Beinen stehen müssen. So bin ich nach dem Bestehen der Auswahlkurse auf die Militärakademie gegangen. Sie war eine gute Schule. Und dann habe ich die „normale“ Karriere eines Truppenoffiziers gemacht, eines Truppenoffiziers, bis ich dann im Stab verwendet worden bin. Ich hab dann nebenbei zum Studieren begonnen. Publizistik und Kommunikationswissenschaften. Die Zeit des Studiums, war für mich ein unglaublicher Höhepunkt. Ich habe es genossen. Mich hat die Thematik interessiert. Ich habe die Themen aufgesaugt. Null Party, aber Freude an der Sache. Und so habe ich auch ein paar Bücher geschrieben, hauptsächlich über militärische Öffentlichkeitsarbeit in Krisenzeiten.

Seit wann bist du Sportler?

Ich trainiere jetzt 44 Jahre, selber bin ich 57. Also kann man sagen, dass ich schon mein ganzes Leben lang trainiere. Als Kind hat man mit Gewichten nichts am Hut. Bodybuildng ist Teil meiner Selbst geworden. Im Grunde ist es eine Lebenseinstellung. Wenn ich ganz ehrlich sein soll, ich habe Probleme mit dem Durchschnitt. Menschen,  die sich mit Durchschnitt zufriedengeben, da habe ich Probleme. Ich bin sehr leistungsorientiert. Und ich habe in meiner bisherigen Karriere zwölf Medaillen bei Europa- und Weltmeisterschaften erungen. Wenn du ständig im Leistungsdenken bist, prägt das auch deinen Alltag.

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Ist Disziplin ein zentraler Punkt in deinem Leben?

Ja freilich. Sehen wir uns Menschen an, die eine geringe Disziplin haben. Wie weit kommen die? Auch wenn es dich im Studium nicht freut, für eine Prüfung zu lernen, du setzt dich trotzdem hin und machst es. Disziplin ist nichts anderes als das Abwägen. „Was ist wichtiger?“ „Wofür entscheide ich mich?“ Das heißt, ich werde ohne Disziplin, den Ast absägen, auf dem ich selber sitze.

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Was bedeutet für dich Sport?

Sport ist das Zusammenwirken von Körper und Geist. Bodybuilding sehen viele nur als Kraftsport. Das ist es bei Weiten nicht, bei einem gewissen Niveau. Wie in jeder Sportart muss der Kopf die Vorgabe sein. Es muss in mir ein Ziel oder ein Bild formuliert sein. Und ich sage immer: „Der Körper vollzieht, was einem der Geist vorgibt“. Und wenn ich einen Geist habe, der Vorgaben macht, werde ich es über kurz oder lang erreichen.

Lieblingsfoto

Was war dein prägendster Moment in deinem Leben?

Wie mein Sohn Harald auf die Welt gekommen ist. Da habe ich am Anfang nicht wirklich gewusst, was ich mit dem Bauxal im Spital anfangen soll und dann bin ich heimgefahren und dann ist es in mir gewachsen, dass ich Vater bin. Und dass eine zusätzliche Verantwortung gekommen ist. Das war der Schritt vom jungen Erwachsenen zum heranreifenden Erwachsenen.

MIt seinem Sohn Harald

MIt seinem Sohn Harald -ebenfalls erfolgreicher Sportler

Wie oft gehst du trainieren?

Bis auf Samstag und Sonntag jeden Tag.

Ist in deinem Alter noch mehr Disziplin von Nöten, um deine Figur zu erhalten?

Es ändert sich die Perspektive. Was ich als junger Mann mit Kraft bewegt habe, beispielsweise indem ich die Trainingsintensität hinaufgeschraubt habe. Ich mache, dass jetzt mit Köpfchen. Beispielsweise mit einer anderen Ausführung. Je höher das Gewicht, desto höher ist das Risiko einer Verletzung. Was bei meinem Sohn, der auch international aktiv ist, 3 Wochen dauert, dauert bei mir 9-10 Wochen. Ich bin jetzt besser als mit 25 oder 30 Jahren. Die Muskelqualität ändert sich.

Bodybuilder sind öfters mit Vorurteilen konfrontiert, wie gewisse Substanzen…

Steroide sprich’s aus. Erstens, wenn jemand glaubt, dass er lediglich durch die Einnahme illegaler Substanzen zu Muskelwachstum kommt, zeigt er nur die Schlichtheit seines Denkens. Das zweite Zweite ist, natürlich werden diese Substanzen verwendet. Das ist ganz normal und nicht nur im Leistungssport üblich. Auch Musiker und Politiker sind betroffen. Jede Gesellschaft hat ihre Drogen. Das ist immer ein Hinzeigen auf die Sportler, das kommt mir vor wie eine moderne Hexenverfolgung.

Workout

Empfiehlst du diese Substanzen?

Ich empfehle diese Substanzen natürlich nicht. Wir werden auch regelmäßig kontrolliert. Es ist da, es wird verwendet, es ist verboten, damit auf die Bühne zu gehen.

Bist du in deiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt?

Ich mag gerne Fakten und habe deswegen im Heeressportzentrum ein Mobilitätstest gemacht. Interessanterweise waren ein zweiter Bodybuilder und ich die Beweglichsten. Nach uns sind Mehrkampfsportler mit 3 Defiziten, gefolgt von den Radfahrern und den Läufern. Wir wirken aufgrund unserer Masse eher patschert.

Wie bist du zum Bodybuildung gekommen?

Ich habe, wie ich 12 Jahre alt war, Arnold Schwarzenegger im Fernsehen gesehen. Ein junger Österreicher, der in Amerika die Profiszene aufmischte. Und das hat mich inspiriert und somit habe ich zum Trainieren begonnen. Ganz einfach nur mit dem Einsatz des eigenen Körpergewichts. Ohne Gewicht, aber mit viel Herz.

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