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Warum alle Kuscheln gut finden, aber niemand darüber redet

Katze Murli

„Sex sells“ – aber nur kurzfristig, denn danach ist alles, was zählt, das Kuscheln! Kuscheln ist schon etwas sehr Intimes, wie ich finde ist dafür viel Vertrauen nötig – ein Vertrauen, das früher nur leichtfertig an Stofftiere geschenkt wurde. Kuscheln ist die nachhaltige Nähe.

Das Kuscheln begann mit den Kuscheltieren

Jeder kann sich an das erste Kuscheltier erinnern. Meines war Paddington Bär, ein Stofftier, das in England eine berühmte Kinderbuchfigur war. Den Bären habe ich von meinem englischen Verwandten geschenkt bekommen. Obwohl er schön anzusehen war, fehlte das gewisse Etwas: Er war nicht weich, zu steif und nicht sehr flauschig. Hingegen war meine Robbe, die mir mein Papa aus Neuseeland mitgebracht hatte, die beste Bettgefährtin für einige Zeit. Sie vereinte alles, was man sich so wünschen kann. Weiches Fell, richtige Größe und die perfekte Weiche. Auch wenn die großen Knopfaugen und die zu einem Lächeln geformten Schnurrhaare Vertrauen und Nähe erzeugen, ist es mit einem Menschen beim richtigen Setting doch eine viel intensivere und schöner.

Das richtige Setting

Um ehrlich zu sein, ich finde es gibt gar kein richtiges Setting. Jeder Platz hat seinen Reiz, solange es warm und genug Platz ist. Es gibt nichts Unangenehmeres als in einem kalten oder zu heißem Raum auf einem kleinem Bett mit zu wenig Decke die Nähe zu genießen. Obwohl kurzfristig gesehen, kann auch Kälte interessant sein, denn dann versuchen sich beide an der Wärme des anderen zu klammern. Natürlich ist auch die richtige Stellung dafür entscheidend. In diesem Fall kommt für mich nur die Löffelchen-Stellung in Frage. Alle anderen hindern mich am Einschlafen, da sie einerseits meine Atmung einschränken, wenn beispielsweise das Körpergewicht auf meinen Brustkorb drückt.

Was macht Kuscheln besonders?

Ich weiß nicht warum, aber ich muss dabei immer an einen vollmundigen, weichen und runden Rotwein denken, in den ich mich am liebsten auch anschmiegen wollen würde. Am meisten gefällt mir eigentlich der Nackenduft, die Wärme und die langsame Atmung meines Kuschelpartners, die gleich beruhigend als auch eine Gefühl der Geborgenheit und Sicherheit vermittelt. Die Nähe soll auch einige positive Effekte, wie Entspannung der Muskulatur und Verringerung von Ängsten auf unsere Gesundheit haben. Das unter anderem die Ursache eines Hormons namens Oxytocin ist. Hausgemachte Chemie kann ja schon nicht schlecht sein. Sex ohne Zuneigung ist durchaus möglich, aber bei Kuscheln nicht.

Sogenannte Kuschelpartys gibt es auch und das muss ja auch reizvoll sein, mit Fremden auf einer Matte Wärme zu tanken. Das sind dann die wahren Oxytocin-Junkies.

Warum redet nun keiner über das Kuscheln?

Ich persönlich habe auch noch nicht wirklich darüber mit Freunden geredet. Es kommt eher vor, dass mit Sex und der Eroberung geprahlt wird, aber das Kuscheln gleicht wohl eher einem Zusammenschluss im beidseitigen Einvernehmen. Vielleicht liegt es auch an der Sache selbst, weil man eine gewisse Ausgeglichenheit erfährt und nicht der gesellschaftlichen Druck und Status, der bei Sex vermittelt wird, mitschwingt. Meiner Meinung nach ist Kuscheln das intimst mögliche Erlebnis zwischen zwei Menschen.  Ich liebe Kuscheln und ich liebe die Tiefenentspannung, die diese Zweisamkeit mit sich bringt – vielleicht mit einem Rotwein als K-Tüpfelchen.

 

2 Kommentare

  1. Ganz interessant dazu: Oxytozin löst auch die Geburtswehen aus und wird während der ganzen Geburt ausgeschüttet.. und löst damit direkt nach der Geburt das Gefühl des Verliebtseins bei Eltern und Kind aus. Und es löst den Milchspendereflex beim Stillen aus, wird beim Orgasmus ausgeschüttet und lässt einen eröten wenn man verliebt ist. uuund noch vieles mehr! Tolles Hormon, oder? 🙂

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